Wenn das Baby schreit

Frischgeborene Babys machen erst mal nur zwei Dinge: sie schlafen oder schreien. Das ist das, was die meisten Leute wissen auch wenn sie noch keine eigenen Kinder haben. Aber warum schreien sie denn den ganzen Tag, sobald sie wach sind? Vielleicht hilft Ihnen folgender Bericht, um das besser zu verstehen.

Erste Sprache ist das Schreien

Schon gleich nach der Geburt machen Babys das, was in nächster Zeit der Hauptgrund sein wird, worüber sich die frischgebackenen Eltern Gedanken machen werden, es schreit. Warum es schreit, weiß erst mal keiner so genau. Nicht nur die Eltern, die hilflos dastehen und überlegen ob es Hunger hat, die Windel voll ist oder es wieder von Bauchschmerzen gequält wird. Auch das Baby selbst weiß nicht, warum es eigentlich schreit. Es fühlt sich einfach nur „komisch“ und möchte, dass ihm geholfen wird. Mami soll das Gefühl abstellen, dass den kleinen Wurm so sehr plagt. Ob das nun Hunger, Müdigkeit, eine nasse Windel oder einfach der Wunsch nach Nähe und Geborgenheit ist, was sich da so unangenehm anfühlt, kann das Kind selbst noch nicht fühlen. Irgendwas ist eben anders. Bis das Kind selbst und die Eltern wissen, was der Grund sein könnte, müssen wohl alle Möglichkeiten ausprobiert werden, um den Grund abzustellen. Aber kleine Sorge, nach ein paar Wochen lernen sich Eltern und Kind so gut kennen, dass die Bedürfnisse Ihres Kindes kein Buch mit sieben Siegeln mehr sind.

Das könnten Gründe für das Schreien sein:

Nähe suchen

Nach der Geburt ist es am meisten das Gefühl des Geborgenseins in Mamas Bauch das dem Baby fehlt. Um den kleinen Körper herum gibt es nicht mehr die bekannte Abgrenzung, die es im Bauch gespürt hat. Am Anfang hilft es also am besten, wenn Eltern sofort auf das Schreien des Babys reagieren und es in den Arm nehmen und ihm Nähe geben, damit es sich schnell beruhigen kann. Das gibt dem Kind auch das Vertrauen, dass es sich auf seine Eltern verlassen kann.

Hunger haben

Das Anlegen an die Brust oder das Füttern mit Fläschchen kann meist schon helfen, das Kind zu beruhigen. Da Säuglinge oft Hunger haben, kann das am Anfang der häufigste Grund für Schreien sein.

Nicht in den Schlaf finden

Viele Babys sind einfach nur müde, können aber nicht selbst die Lösung finden, indem sie einfach versuchen, einzuschlafen, sondern tun ihr Unwohlsein wieder durch Schreien kund. Helfen Sie Ihrem Kind einfach in der ersten Zeit in den Schlaf zu finden, indem Sie es noch einmal an die Brust legen, es in den Armen halten, sich zu ihm legen, in der Wiege schaukeln oder einfach nur in den Schlaf streicheln. Manche Kinder schläfert es ein, wenn sie den Staubsauger brummen hören oder das Geräusch der Spülmaschine oder Waschmaschine. Das Kind muss eben erst lernen, dass Schlaf manchmal hilft.

Drei-Monats-Koliken

Falls Ihr Kind an Drei-Monats-Koliken leidet ist ein Beruhigen und auf dem Arm tragen , am besten im so genannten Fliegergriff, bei dem das Kind mit dem Bauch nach unten auf den Unterarm und der Kopf in die Ellbeuge des Erwachsenen gelegt wird, die beste Lösung. Eine sanfte Massage des Bäuchleins mit warmem Babyöl kann auch helfen, die Bauchkrämpfe zu lösen.

Zu warm, zu kalt oder wunder Po

Wenn Ihr Kind zu warm angezogen ist, da es unter der Decke im Kinderwagen auch noch Strampler und Jäckchen anhat, oder es ihm zu kalt ist, da es seine Körpertemperatur noch nicht so gut selbst regeln kann, wird Ihr Kind sicher lauthals schreien. Fassen Sie ihm an die Stirn, um zu spüren, ob es heiß und verschwitzt ist oder fühlen Sie an den Händen und Fingern, ob es friert. Auch durch ein verrutschtes Mützchen verdeckte Augen oder eben eine volle Windel, die auf Dauer sicher nicht sehr angenehm auf der Haut ist, können der Grund für lang anhaltendes Schreien sein. Diese äußeren Gründe sind sicher schnell erkennbar und zu lösen.

Zahnschmerzen

Wenn Ihr Kind nach dem vierten Lebensmonat oft schreit und dabei heiße Bäckchen und geschwollene Zahnleisten hat, kann es sein, dass sich schon die ersten Zähnchen durch das Zahnfleisch schieben. Das tut natürlich weh und das Kind selbst kann sich nicht helfen. Mama oder Papa können da ein bisschen Abhilfe schaffen indem sie dem Baby Zahngel auf das Zahnfleisch schmieren, um den Schmerz etwas zu betäuben, etwas kaltes zu trinken geben oder in der Apotheke erhältliche homöopathische Kügelchen verabreichen, die den Schmerz etwas nehmen. Auch ein kalter Beißring oder ein sauberer nasskalter Waschlappen, auf dem das Kind herumbeißen kann, können helfen.

Erkältungen oder andere Krankheiten

Wenn Ihr Kind seine erste fieberhafte Erkältung hat, Durchfall bekommt und dabei von Bauchschmerzen geplagt wird oder ähnliche Krankheiten hat, dann ist es mehr als verständlich, wenn es sich durch Schreien bemerkbar macht. Suchen Sie dann den Kinderarzt auf, der wird das Kind untersuchen und die richtige Behandlung vorschlagen. Mamas oder Papas Nähe sind zusätzliche Hilfe für das kranke Kind.

Einschlafprobleme

Wenn Ihr Kind hauptsächlich abends beim ins Bett bringen schreit, kann es sein, dass es einfach nicht zur Ruhe kommt, weil der Tag sehr aufregend und anstrengend war. Babys können Erlebtes nicht so gut verarbeiten und finden durch die Reizüberflutung an aufregenden Tagen schwer in den Schlaf. Versuchen Sie, die Zeit vor dem Schlafen gehen so ruhig wie möglich zu verbringen, auch wenn der Vater zum Beispiel erst abends nach Hause kommt. Lieber kuscheln und streicheln als wilde Fliegerspiele vor dem Schlafengehen. Sonst dreht Ihr Kind noch einmal voll auf und an Schlafen ist erst mal nicht zu denken.

Langeweile oder Entwicklungsschub

Im Leben Ihres Babys gibt es Tage, an denen sehr viel passiert und das Kind ständigmit sich selbst oder Eltern und Geschwistern beschäftigt ist, und welche, an denen es einfach nur langweilig ist. In diesen Momenten schreien Kinder, weil sie Aufmerksamkeit fordern und beschäftigt werden wollen. Das hören Sie aber sicher bald an der Art des Schreiens, das eher quengelig als gequält klingt. Wenn Ihr Kind allerdings gerade wieder einen Entwicklungsschub macht und etwas neues wie Krabbeln oder Laufen lernt, verarbeitet es diese Erfahrungen beim Einschlafen, was wiederum zu Schreien führen kann. Dann hilft ein bisschen kuscheln und beruhigende Worte von Mama oder Papa am besten.

Jedes Kind ist anders

Es gibt natürlich auch charakterliche Unterschiede. Manche Kinder schreien einfach mehr als andere, was die Eltern oft an Ihre Belastungsgrenze bringt. Ein Schreikind zu haben strapaziert Nerven und Geduld. Nehmen Sie sich am besten eine Auszeit und lassen das Kind für eine Stunde bei den Großeltern oder beim Babysitter und gehen eine Runde aus dem Haus. Der Abstand wird helfen, danach wieder etwas mehr Geduld zu haben.

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